
Der Hyundai Ioniq 9 ist ein durchwegs interessantes Auto, das mehr als nur eine der Besonderheiten des einst durch Briten beherrschten Segments mit sich bringt. Und angesichts der Tatsache, dass er vergleichsweise nur zwei Drittel kostet – bei nahezu identischer Ausstattung –, könnte man ihn durchaus als wertvolle Alternative bezeichnen. Wir hatten das Vergnügen, den neuen Ioniq 9 auf Kurz- und Langstrecke ausgiebig zu testen.
Die Front gefällt
Bereits das Exterieur macht Eindruck: überlegen, nahezu unmöglich zu übersehen und schlicht fesch. Zumindest was die Front betrifft. Während das Heck in puncto Design unserer Meinung nach etwas zu kurz kommt, hat die Front alles, was man sich wünschen kann: eine hohe Motorhaube, unseren Geschmack treffende Matrix-LED-Scheinwerfer mit intelligentem, adaptivem Fernlicht sowie ein durchgehendes Leuchtband von links nach rechts. Die zweifarbige Frontpartie verleiht dem Wagen ein zusätzliches Upgrade. Um die markante Front zu unterstützen, sind 21-Zöller in der getesteten Calligraphy-Version serienmäßig. Für 1.490 Euro obendrauf komplettieren digitale Außenspiegel den cleanen Look und reduzieren gleichzeitig den Luftwiderstand, was wiederum für mehr Reichweite sorgt.
Beim Heck hingegen wären bessere Design-
entscheidungen möglich gewesen. Die langen, vertikalen Rückleuchten passen unserer Meinung nach nicht zum Fahrzeug und die Dachlinie fällt etwas zu stark nach unten ab, was in unseren Augen eine unausgewogene Rückansicht erzeugt. Doch über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten.
Wohnzimmerfeeling
Was an der Front stark beginnt, wird im Innenraum noch beeindruckender. Enorm viel Platz, hochwertige Verarbeitung und modernste Technologie prägen das Interieur. Wählbar als Sechs- oder wie in unserem Fall Siebensitzer eignet sich der Ioniq 9 perfekt für Familienausflüge. Ein Kofferraumvolumen von 338 bis 2.419 Liter plus zusätzliche 52 Liter im Frunk ermöglichen Packen ohne Kompromisse. Und falls das immer noch nicht reicht: Der Ioniq 9 kann gebremst 2,5 Tonnen Anhängelast ziehen. Wie üblich ist die dritte Sitzreihe eher für Kinder gedacht, während die erste und zweite für echten Reisekomfort sorgen – und wir wissen, wovon wir sprechen, haben wir es doch ausgiebig getestet. Dazu gibt es für die ersten Vier beheizte und belüftete Nappaleder-Sitze (äußere Sitze der zweiten Reihe) sowie eine Relaxfunktion für die Vordersitze. Diese erhöht nicht nur den Reisekomfort, sondern macht auch das Warten beim Laden angenehmer. Für zusätzliche Wohlfühlmomente sorgen eine Ambientebeleuchtung und das BOSE-Premium-Sound-System. Abgerundet wird das Luxusgefühl durch ein optionales Panoramadach.
Zu den technologischen Highlights gehören ein 12,3 Zoll groβes Display für die Instrumente sowie ein ident groβes Entertainmentdisplay. Zusätzlich ermöglicht ein Head-up-Display, den Blick beim Fahren auf der Straße zu behalten. Obwohl als Vorteil beworben, waren wir froh, den digitalen Innenspiegel ausschalten zu können. Es fühlt sich schlicht merkwürdig an, den eigenen Augen nicht zu vertrauen. Gleiches gilt übrigens für die digitalen Außenspiegel, an die man sich ebenfalls erst gewöhnen muss. Diese sanfte Kritik schließt jedoch nicht die sonstige umfangreiche Palette an Sicherheits- und Fahrassistenzsystemen mit ein. Das betrifft beispielsweise die 360-Grad-Kamera sowie den Totwinkelassistenten mit Monitor, bei dem ein Kamerabild des toten Winkels erscheint, sobald der Blinker gesetzt wird.

