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Klingende Früchtchen mit Identität.

Publikation: Wohlfühlen |  Ausgabe: SPEZIAL März 2010 | Ressort: life.style | Datum: 24.2.10

Manfred Lackmaier verpackt Musik in exotische Fruits, erstellt Soundkonzepte nach Maß und kreiert aus verschiedensten Klangstilen Werbebotschaften für Firmen und Institutionen. eco.nova hat recherchiert, wie leicht sich diese Fruits ernten lassen und was exotische Remixes so alles mit uns anstellen können.

Ein Musikfreak, der seit Jahren nichts anderes macht, als an neuem Sound zu tüfteln: Manfred Lackmaier, 28 Jahre lang Capo des Musicpark Hall: Ein CD-Laden, der für innovative Musiktrends stand und jahrelang Treffpunkt der DJ-Szene Tirols war. Der Einbruch der CD-Industrie Ende der Neunziger, der neue Hype der iPods und die Einführung der langen Samstage allerorts „ließen jedoch für mich unterm Strich ein Minus herauskommen“, erzählt er. In all den Jahren aber setzte er auf ein weiteres Standbein und entwickelte eine eigene Musikmarke – die Fruit-Compilations. Exotischen Soundcocktails von bereits bekannten DJs, aber auch bis dato No Names der Szene, verpasste er ein fruchtiges Kleid, indem er neu abmischte und rhythmisch variierte. Heraus kamen eine virtuose, vielseitige Orange, eine entspannte Lemon, eine freche Melone, eine exotische Rambutan, eine vollmundige Coconut …
Mit einem Grafiker wurden der fruchtige Auftritt der Covers kreiert und rund um jede neue Frucht legendäre Release-Partys veranstaltet – so wuchs der musikalische Obstkorb von Jahr zu Jahr. Im November 2009 setzte er eine Kiwano oben drauf. Wer nun glaubt, die Kiwano sei lediglich eine Abwandlung der klassischen Kiwi, der irrt. Zu Deutsch Horngurke ist sie ein Kürbisgewächs mit Stacheln, das in seiner französischen Bezeichnung eindeutig besser klingt. Wer würde sich schon eine Horngurken-CD anhören? Dies nur als kurzer Ausflug in die Botanik …
Das Cover der Kiwano ziert neuerdings auch ein schönes Damenkonterfei. „Ich möchte mit meiner Musik ein Lebensgefühl weitergeben und Musik angreifbarer machen. Deshalb sind wir nun einen Schritt weiter gegangen und veredelten den Obstkorb, in dem wir ihn verführerischer machten.“

Das sind aber Früchtchen!

Lounge-CDs klingen nur beim oberflächlichen Hören immer gleich. Wer genauer hinhört, wird lauter neue Themen, Beats und Rhythmen entdecken und wer sich vollends hingibt, wird auch spüren, was der richtige Sound in uns bewirkt: Seelenvoller Tango, entspannter Latinoswing oder treibende Grooves lassen die Seele tanzen und zaubern ein Lachen ins Gesicht. Fette Basslines, starke Houserhythmen und Electro-Clashes gehen direkt in die Glieder und lassen eine Nacht lang am Dancefloor durchhalten. Groovige Tracks sorgen für chillige Sommerstimmung, auch wenn draußen der fröstelnde Winter regiert, und melodischer Smooth Jazz hebt die Stimmung augenblicklich, auch wenn der Stress zuvor noch so groß war. Die DJs, die all diese musikalischen Stimmungen kreieren, arbeiten keineswegs nur mit Musik von anderen. Sie eröffnen neue Felder der Musik, indem sie diese variieren und mit neuen Medien versehen. Ein weiterer Grund warum Manfred Lackmaier in seinen Fruits Potenzial für die Zukunft sieht, sind die Emotionen, die sie in uns freisetzen. Bekanntlich weckt Musik unsere Erinnerungen, unsere nostalgischen Gefühle, schürt unsere Sehnsüchte … Genug Gründe, um unendlich viele weitere zu ernten, weil wir ja nie genug Emotionen haben können.“ Die verführerischen Früchtchen klingen nach mehr und wer einmal davon gekostet hat, kann nicht mehr davon lassen. Warum?

Mit Musik Identität stiften

Der richtige Klang im Ohr beeinflusst uns mehr als wir bewusst wahrnehmen. Musik ist ein komplexes Phänomen, das das menschliche Gehirn auf Hochtouren laufen lässt, weil emotionale Botenstoffe auf die Reise geschickt werden und Informationsverarbeitung in Gang gesetzt wird. Durch das Hinhören laufen unzählige emotionale Prozesse im Körper ab. In einem Experiment in Australien wird in Weinhandlungen verschiedene Musik, von Pop bis zur Klassik, gespielt.
Ergebnis: Klassische Musik erhöhte den Umsatz im Gegensatz zur Popmusik um das Zweieinhalbfache. In England fand man heraus, dass deutsche Volksmusik den Kunden Wein aus dem Rheinland und französische Akkordeonmusik französischen Wein kaufen ließ. Dies sind nur zwei von Unmengen an Studien, wie sehr Musik unsere Kaufentscheidungen beeinflusst. Das richtige Klangkonzept hat einen mindestens ebenso hohen Stellenwert wie das Interieur oder die Beleuchtung, ob zu Hause, im Geschäft oder im Lokal. Musik kann mehr als man denkt, vor allem, wenn es die richtige ist. Manfred Lackmaier hört genau hin, wenn ihm Kunden ihre Bedürfnisse mitteilen, und schaut sich die Räumlichkeiten ebenso genau an, ehe er ein exaktes Soundkonzept erstellt. Ob feine Loungemusik für die Bar, ob groovige Beats für die Boutique oder wohlklingende Popsongs für die Skihütte – er entwirft einen Klangteppich, der jeder Location einen einzigartigen Charakter verleiht. Manfred Lackmaier erstellt je nach Bedarf eine oder mehrere an die Tageszeit angepasste Tracklisten, die laufend ergänzt und optimiert werden. Auch visuelle Lösungen via Bilderabfolgen, Videos, TV oder Web können dazugehören, denn Musik kennt keine multimediale Grenze. Dabei rückt er stets, auch wenn es noch so banal klingt, die Emotion in den Vordergrund, die auf dem so genannten Peters-Prinzip basiert: Emotional positive Inhalte werden meist länger behalten als emotional negative, diese wiederum jedoch länger als emotional neutrale. Also: Um Inhalte oder Werbebotschaften auch behalten zu können, üben Emotionen einen bedeutenden Einfluss aus und diese sind in der Bar genauso wichtig wie im Geschäft, im Konferenzraum oder im Schlafzimmer!
Manfred Lackmaiers spezielle Soundkonzepte sind so nur die Erweiterung der Fruits, mit denen er seinen Kunden Identität verleiht und hilft, ein Identität stiftendes Produkt zu verkaufen. So einfach ist das mit den Früchtchen: Ein leckerer, süßer Inhalt, der noch dazu wohlig klingt, dabei genau auf unsere Emotionen zielt, und schon können wir nicht mehr aufhören zu naschen!

www.musicpark.at

Autor: Julia Sparber
Foto: Florian Schneider

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